Veröffentlicht am

Japanische Stoffblüten – Kanzashi

Kreation von Faunauge Japasnische Stoffblüten Kanzashi

Was sind Kanzashi?

Kanzashi bezeichnet grob ausgedrückt den traditionellen Kopfschmuck der japanischen Geishas und Maikos. Ursprünglich bestand dieser aus einem verzierten, in die Frisur gesteckten Haarstab, der auch zu Verteidigungszwecken diente. Im Laufe der Zeit wurden die Formen variantenreicher. Die Geschichte der Kanzashi als solches soll bereits vor 3000 Jahren begonnen haben. In der Edo-Zeit (1603-1867) soll die Form der Edo Tsumami Kanzashi entstanden sein, so wie sie auch heute bekannt ist. Die Applikation von gefalteten Blüten gibt dem Kanzashi den Beinamen Tsumami. Die traditionellen Frisuren tragen der Jahreszeit angepassten Blütenschmuck. Jedem Monat wird deshalb eine besondere Blumensorte zugeordnet. Pflaumenblüten stehen beispielsweise für Februar, Kirschblüten (jap.: sakura) für April und Blauregen für Mai.

Tradition

Diese alte Blütenfalttechnik von Seidenkreisen und -quadraten ist ein traditionelles japanisches Handwerk und wird nur noch von ganz wenigen Japanern professionell ausgeübt. Diese Kunst zu bewahren, ist sogar in der japanischen Gesetzgebung verankert. Originale Handwerker legen daher großen Wert, dass sich „Hobbyfalter”, auch wenn sie noch so nahe an die originale Handwerkskunst heranreichen, nicht rühmen, Tsumami Kanzashi herzustellen. Deswegen respektiere ich als Faunauge diesen Anspruch, obwohl mich selbstverständlich diese wunderschöne Technik fasziniert. Daher verzichte ich auf die Benutzung der Bezeichnung Tsumami Kanzashi und nähe stattdessen eben Stoffblütenschmuckstücke, die von japanischer Kunst inspiriert sind.

Herstellung

Zur Herstellung einer Blüte benötigt man einzelne Blütenblätter. Bestenfalls eine ungerade Anzahl von Einzelteilen, es sieht schlichtweg organischer aus. Kleine Quadrate oder Kreise, je nach Blütenplan und Zielblumenart, müssen zugeschnitten werden. Dazu eignen sich dünne Stoffe am besten. Sind sie allerdings sehr glatt, gestaltet sich der Zuschnitt recht schwierig. Sind sie zu dick, lassen sich die Teile schwer falten. Wenn man den Dreh einmal raus hat, dann falten sich die Blätter fast von allein, auch wenn der Stapel an vorgeschnittenen Kreisen oder Quadraten nie kleiner zu werden scheint. Ich entscheide mich bei größeren Kompositionen oft für einen Materialmix, um das Schmuckstück, das ich im Kopf habe, interessant zu gestalten. Sobald die Einzelblütenblätter gefaltet und fixiert sind, reiht man sie auf und näht sie zusammen. Traditionellerweise wird mit Reiskleber gearbeitet, jedoch bevorzuge ich genähte Blüten. Das Loch in der Blütenmitte kaschiere ich mit einem Knopf oder einem hübschen Metallornament. Meine bisherigen Arbeiten mit dieser Technik findest du in der Rubrik Fascinator meines Shops. Nun: Viel Spaß beim Stöbern!

© Faunauge

Quelle: Atelier Kanawa. 27.4.2016